Erste Stunde

Madlen Partschefeld vom Netzwerk Prävention der Gemeinde Uetze hat für die Achtklässler der weiterführenden Schulen das Theaterstück „Erste Stunde“ zum Thema Mobbing organisiert. In dem preisgekrönten Ein-Mann-Stück von Jörg Menke-Peitzmeyer spielt Andreas Püst vom Schauspielkollektiv Lüneburg das Mobbingopfer Jürgen. Er hat schon mehrmals die Schule gewechselt, aber überall demütigende Erfahrungen machen müssen. Für die erste Stunde in der neuen Schule hat er sich folgende Taktik überlegt: „Ich gebe euch fünf Minuten. Da könnt ihr machen, was ihr wollt.“ Beim Betreten des Klassenraumes bleibt er lange an der Tür stehen, um sich innerlich zu wappnen. Er hat gelernt, immer auf der Hut zu sein, denn „eine Klasse ohne Täter gibt es nicht“.

Er ist bereit, gesparte 50 Euro, sein Handy, seine Armbanduhr und sein I-Pad als „Begrüßungsgeld“ zu zahlen. Sein traumatischtes Erlebnis war das achtzehnstündige Eingesperrtwerden in den Kartenraum. Ausdrucksstark vermittelte Andreas Püst den Schüler/innen die Emotionen von Jürgen. Am Ende hatte er eine Waffe in der Hand, welche aus der Asservatenkammer der Polizei, also von einem echten Fall stammt.

Im Anschluss führten er und die Theaterpädagogin Julia von Thoen ein Gespräch mit den Achtklässlern über das Stück, z.B. über den Zweck von Jürgens Taktik. Der Autor hat die Figur „Jürgen“ aufgrund von Interviews, die er mit Schüler/innen geführt hat, erschaffen. Jürgens Erfahrungen beruhen also auf Tatsachenberichten. Die Achtklässler erkannten, dass Mobbingopfer einsam sind und deswegen von den im Grunde genommenen feigen Tätern ausgesucht werden, weil sie keine Hilfe zu erwarten haben. Denn nur die Gruppe der Mitläufer macht Mobbing erst möglich und sie ist es auch, die es beenden kann.

Es war ein eindrückliches Stück des Schauspielkollektivs, welches sich intensiv mit Themen wie Gewalt und Extremismus beschäftigt (www.schauspielkollektiv.de).