Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Am 25. Januar 2019, zwei Tage vor dem Holocaust-Gedenktag, besuchte der 10. Jahrgang des Gymnasiums Unter den Eichen die Gedenkstätte Bergen-Belsen und bekam einen Einblick in die Geschichte des damaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen.

Am Anfang unseres Besuches setzten wir uns mit zwei der damaligen jüdischen Häftlinge im Konzentrationslager Bergen-Belsen namens Ursula Levy und Hans Lindauer auseinander. Sie beide waren zunächst zwei ganz normale Jugendliche, die aber nach Beginn des 2. Weltkrieges verdeckt in den Niederlanden zur Schule gingen.

Sie konnten sich nach ihrer Inhaftierung mithilfe ihrer Angehörigen in Amerika der Verlagerung vom Konzentrationslager Bergen-Belsen in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau entziehen.

Daraufhin wurden sie als sogenannte „Austauschjuden“ mit einem Verlagerungszug mit Tausenden weiteren Juden in die Tschechoslowakei deportiert, welcher in Tröbitz von sowjetischen Truppen gestoppt wurde. Allerdings verstarb Hans Lindauer vermutlich in Tröbitz noch an Fleckfieber. Die Geschichte dieser zwei Personen hat uns schon früh bei unserem Besuch gezeigt unter welcher Angst die Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus leben mussten.

Anschließend besuchten wir die „Rampe“, welche früher ein Militärbahnhof und seit der Gründung des Lagers von Bergen-Belsen auch ein Deportationsbahnhof war. Von hier aus wurden zahlreiche Juden sowie andere Häftlinge unter schrecklichen Bedingungen in alten Viehwaggons über mehrere Tage in andere Konzentrationslager verlagert. Beim Anblick von einem solchen Waggon wurde uns klar, unter was für einem Platzmangel, die bis zu 96 anwesenden Menschen in einem einzelnen Waggon leiden mussten.

Zurück in der Gedenkstätte Bergen-Belsen informierten wir uns in der beeindruckenden Ausstellung über die Historie des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, die auch einige Fakten über die Tage nach der Befreiung hergab. In mehreren Filmrollen wurden uns die grausamen und hygienisch unzumutbaren Umstände in dem Konzentrationslager bis zu neun Tage nach der Befreiung durch die Briten veranschaulicht.

An den Tagen der Befreiung fand man rund 23.000 Tote und 53.000 Häftlinge vor, was uns zutiefst erschütterte.

Es herrschte daraufhin eine starke Kontrolle der Gefangenen, da viele der noch Lebenden an tödlichen Krankheiten wie Fleckfieber litten. Außerdem besaßen einige Lebende große Schwellungen, die durch die extreme Unterernährung zustande kamen.

Die zahlreichen Toten wurden in riesigen Massengräbern zu unserer Fassungslosigkeit herzlos begraben und durch Bulldozer und Lastwagen von SS-Mitgliedern in die Gräber verladen.

Zum Schluss tätigten wir einen Rundgang über das Gelände und besichtigten einige Fundamente einer Latrine.

Zudem konnten wir noch ein paar Fundamente einiger Baracken des Sternlagers, des Ungarnlagers und des Sonderlagers erkennen.

In diesen Baracken mussten die Häftlinge und „Austauschjuden“ unter sehr schlechten Begebenheiten leben. Über die Hauptstraße des Konzentrationslagers Bergen-Belsen gelangten wir zu dem damaligen Frauenlager, wo nun die meisten der insgesamt elf Massengräber vorzufinden sind. In diesen Massengräbern sind teilweise bis zu 5.000 Menschen begraben, was uns wieder mal schockierte.

Unter den zahlreichen Gedenkgräbern sahen wir auch den Grabstein für eines der wohl bekanntesten Mädchen dieser Zeit: Anne Frank und ihrer Schwester Margot.

Abschließend haben wir das Mahnmal der Juden besichtigt.

Dieser Tag hat uns nochmal die schrecklichen und grausamen Taten und Bedingungen im damaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen vor Augen geführt und uns an die tausende Opfer erinnert, die zur Zeit des Nationalsozialismus qualvoll sterben mussten.

Von Leon Herzog und Fynn Ole Schönknecht aus der 10F1

      Studientag der 10F2 in Bergen – Belsen

Am Freitag, den 25.01.19, begab sich die Klasse 10F2 nach Bergen – Belsen, um einen Einblick in den historischen Hintergrund der NS – Zeit zu bekommen.

Nach der Ankunft in einem Seminarraum, gab es eine einstündige Einführung über das ehemalige Konzentrationslager Bergen – Belsen. Dabei wurde über den Begriff Gedenkstätte diskutiert und der Aufbau des Vernichtungslagers verdeutlicht.

Dann begaben wir uns zu der sogenannten „Rampe“.

Dort verlasen wir Aufzeichnungen von Häftlingen aus der NS – Zeit und befassten uns näher mit dem Thema Deportationen und den damit verbundenen entsetzlichen Umständen.

Anschließend wurden wir über einen Teil des Geländes geführt, wo wir schriftliche Aufzeichnungen eines ehemaligen Gefangenen über den täglichen Appell und die Schikanen lasen.

Die Grabsteine auf dem Gelände konnten von Weitem gesehen und auch der Obelisk erspäht werden. Die Massengräber waren schon am Beginn des Weges deutlich erkennbar und der Klasse fehlten die Worte. Uns wurde mitgeteilt, dass wir bei einem erneuten Besuch einzeln Steine an den Gräbern niederlegen könnten, da das im jüdischen Glauben ewiges Leben widerspiegelt, da ein Stein im Gegensatz zu einer Blume ewig währt.

Nach einem kurzen Stück Weg begutachteten wir die Überreste der Gebäude, die nach Kriegsende verbrannt worden waren, und stellten fest, dass es unmöglich vorstellbar ist, wie alles früher aussah und unter welchen Umständen die Menschen gefangen gehalten wurden.

Wir erfuhren mehr über das Gebäude, das als Küche verwendet wurde und an das ein sogenanntes „Löschbecken“ anlag.

Anhand eines Plans konnten wir erfahren, wo genau sich die größten Baracken befanden und zu welchem Zweck diese verwendet wurden.

Bilder von früher halfen, sich ein grobes Bild von dem Aufbau der Anlage machen zu können.

Nach einer Stunde draußen in der Kälte war die ganze Klasse trotz Jacken, Schals und Mützen durchgefroren, was zum Nachdenken anregte, da nicht mal im Ansatz nachvollzogen werden kann, was Häftlinge über Stunden in eisiger Kälte ohne jeglichen Schutz durch beispielsweise Kleidung durchmachen mussten.

Nach einer halbstündigen Pause begaben wir uns in den Gebäudeteil der Gedenkstätte, in dem Ausstellungsstücke und genaue Infos zu Häftlingen vorzufinden sind. Seien es Interviews von ehemaligen Gefangenen nach der Befreiung, damals gesammelte Gegenstände oder aber auch Aufnahmen und Aufzeichnungen, die die unbegreiflichen vergangenen, aber nicht vergessenen Taten beschreiben.

Wenn einem danach war, konnte man seine Gedanken, zum Beispiel Empfindungen oder Wünsche, vor Ort in einem ausgelegten Buch niederschreiben.

Nach dem einstündigen Besuch kehrten wir in den Seminarraum zurück und befassten uns damit, wie wohl die Kinder das KZ miterlebt haben, auch wenn sie dort aufwachsen mussten und das Leben außerhalb nicht kannten. Aber auch Lebensmittel waren ein umstrittenes Thema und wie die Gefangenen nach der Befreiung versuchten weiterzuleben, regte zum Nachdenken an.

Die Begriffe, die uns mit auf den Weg gegeben wurden, waren unter anderem Mut, Hoffnung, Leiden und Hunger, da sie eine bedeutende Rolle für die Häftlinge gespielt haben.

PS: Besonders die Aufnahmen, die man sich selbstverständlich freiwillig anschauen konnte, haben mich sehr getroffen, weil ich mich hilflos fühlte und nichts daran, was geschehen ist, ändern oder wenigstens helfen konnte.

Trotz der traurigen Umstände möchte ich mich im Namen der Klasse noch einmal dafür bedanken, dass es so engagierte Menschen wie Herrn Kasten gibt, die sich die Mühe machen, die Nachwelt, also auch die 10F2, aufzuklären.

Außerdem bedanken wir uns herzlich bei der Stiftung für Niedersächsische Gedenkstätten und dem Förderverein des Gymnasiums Unter den Eichen Uetze für die gespendete Busfahrt nach Bergen Belsen.

25.01.19

Ronja Rua