How to: Speak up!
Das ist der diesjährige Schüler*innenwettbewerb des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Matthias Miersch, welchen er auch dem Gymnasium Unter den Eichen und der AWG am 1. Oktober 2026 in der Agora vorstellte. In Kleingruppen können die Schüler*innen eine Situation kreativ – als Film, Podcast o.Ä. – darstellen, in der sie ihre Stimme gegen Herabwürdigungen erheben. Denn jede*r hat eine Stimme, um an der Gesellschaft zu partizipieren, d.h. sich auszutauschen, zu diskutieren, zu demonstrieren, zu protestieren. Die Beiträge werden im März in Laatzen von einer Jury begutachtet. Die Sieger*innen gewinnen eine Fahrt nach Berlin u.a. mit dem Besuch des Bundestages.
Hemdsärmelig umriss Matthias Miersch seine Arbeit, die zu einer Hälfte aus der Arbeit im Bundestag und zur anderen Hälfte aus der Arbeit im Wahlkreis besteht.
Danach stellte er sich den Fragen der Schüler*innen u.a. aus dem Politik-Leistungskurs.

Als ehemaliger Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Energie ist er für den Ausbau der klimafreundlichen Mobilität und Energieversorgung. Da man in der Demokratie jedoch Kompromisse eingehen muss, akzeptiert er sowohl Hybrid-Autos als auch Energie aus Gas als Übergangslösung. Atomenergie lehnt er jedoch kategorisch ab. In diesem Zusammenhang lobte er auch die Gemeinde Uetze als Vorreiterin für die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien.
Zu der Anmerkung, dass viele junge Wähler*innen entweder die Linke oder die AfD wählen, erwiderte Miersch, dass jede*r Verantwortung dafür trägt, wenn er extrem wählt.
Er bedauert, dass er bestimmte Bürger*innen nicht erreicht, obwohl er z.B. mit dazu beigetragen hat, dass sich in ehemaligen Kohlegebieten neue Firmen ansiedeln, um den Verlust der Arbeitsplätze aufzufangen. Dennoch wählen diese Bürger*innen die AfD, weil sie sich nur auf Social Media in Echokammern, welche durch Algorithmen und Bots entstehen, informieren. Statt sich mit anderen auszutauschen, lassen sie sich nur selbst bestätigen.

Im Gegensatz zu Trump setzt sich Miersch dafür ein, dass die EU von den Tech-Giganten die Offenlegung ihrer Algorithmen und dieselben Regeln, die auch analog gelten, verlangt. Da Trump nicht mehr zu den transatlantischen Regeln steht, ist es für die EU umso dringlicher bei der Verteidigung autark zu werden. Diese Erkenntnis schmerzt ihn, da er sich früher stets für Abrüstung eingesetzt hat. Um die freie Gesellschaft gegen die Angriffe Russlands zu verteidigen, hat sich Deutschland für eine höhere Zahl von Soldat*innen verpflichtet. Miersch ist zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine Wehrpflicht und befürwortet die Abfrage der Achtzehnjährigen für einen freiwilligen Antritt des Wehrdienstes. Seine Meinungsbildung zu diesem Thema, das die Oberstufenschüler*innen bewegt, ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Was ihre berufliche Zukunft betrifft, merkte Miersch an, dass Handwerker*innen oft mehr verdienen als Akademiker*innen.
Es wurden noch viele weitere aktuelle Themen angesprochen, bei denen Miersch auch immer wieder darauf verwies, dass nicht alle Wünsche finanzierbar sind. Nach dieser informativen Stunde über die politischen Positionen Mierschs scharten sich noch einige Schüler*innen um ihn, um sich weiter mit ihm zu unterhalten.
Welch ein Beispiel für gelebte Demokratie!


