Bericht der Klasse 6c zum Fairtrade-Projekt

Fairtrade – was hat das mit mir zu tun?

Die Schulschließung Mitte März stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen, eröffnete aber auch den Raum für die Beschäftigung mit Themen abseits des Lehrplans. In diesem Sinne haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c mit dem Thema Fairtrade auseinandergesetzt und dabei viele neue Erkenntnisse gewonnen. Zwei Schülerinnen berichten:

Wir haben uns anhand eines Video Blogs mehrere kleine Filme zu den Themen: Kakao, Bananen und einer T-Shirt Produktion angeguckt. Es wurde erklärt, wie die Bananen und der Kakao angebaut werden, und der YouTube-Star ´Felix von der Laden´ hat die einzelnen Schritte vom Feld bis in den Laden mit der Kamera begleitet. Genau so wie bei der T-Shirt Produktion. Dazu hat er folgende Länder bereist:

An der Elfenbeinküste in Westafrika wurde die Kakao Produktion besprochen, bzw. es wurde erklärt, wie der Kakao angebaut, geerntet, geröstet, und verpackt wird.

Quelle: TransFair e.V. / Jakub Kaliszewski

In Südamerika bzw. Kolumbien bei den Bananenbauern und –bäuerinnen haben wir gelernt, dass oft im Supermarkt mit billigen Bananen geworben wird. Es wurde auch gesagt, dass die EU-Verordnung vorschreibt, wie krumm die Bananen sein dürfen und wie viele schwarze Flecken max. darauf sein dürfen. Es dauert 9 Monate bis eine Bananenstaude bis nach ganz oben gewachsen ist und geerntet werden kann. Allerdings kann man aus einer Staude nicht mehr als eine Kiste Bananen rausholen.

In Indien bei der T-Shirt Produktion wurde gesagt, dass eine Frau an einem Tag 50-60kg Baumwolle erntet. Danach wird die Baumwolle gewaschen und entkernt, damit danach daraus T-Shirts und andere Kleidungsstücke gemacht werden können.

Am besten, wir erklären das nochmal ganz genau:

Zum Kakaoanbau:

Der weltweit größte Teil des Kakaos wird an der Elfenbeinküste, einem Land in Westafrika angebaut. Die Kakaobauern dort leiden trotz vieler Arbeit unter Armut, fehlendem Wasser, mangelnder Bildung, schlechter medizinischer Versorgung und sie kämpfen täglich um Zugang zu Land. Rund 2 Mio. Tonnen Kakao exportiert das Land jährlich; etwa 12% davon, ca. 244.000 Tonnen, gehen allein nach Deutschland. Knapp die Hälfte der Einwohner der Elfenbeinküste sind Kakao-Kleinbauern/-Bäuerinnen. Die Elfenbeinküste ist der größte Kakao-Produzent weltweit. 30% der Steuereinnahmen kommen vom Kakao.

Zwischen September 2016 und Februar 2017 fiel der Weltmarktpreis für Kakao massiv. Kleinbäuerinnen und –bauern, die bereits am Existenzminimum leben, mussten Einnahmeeinbußen zwischen 30 und 40% hinnehmen.

Der Anbau von Kakao findet in kleinen, entlegenen Dörfern statt – wie etwa in Woyoriri. Rund 100 Kleinbauernfamilien leben dort und bewirtschaften im Schnitt 2,5 Hektar Land.

Gleich nach der Ernte werden die Früchte geöffnet und die Samen entnommen. Direkt danach wird die Gärung (Fermentierung) in Gang gesetzt und zum Schluss werden die Bohnen getrocknet. Dies passiert in Handarbeit. Die Samen werden 7 Tage fermentiert und danach nochmal 1 Woche getrocknet. Die Kakaobauern haben über Fairtrade eine Kooperation abgeschlossen. Dies macht für sie den Anbau von Kakao wirtschaftlicher und lohnender.

Zum Bananenanbau:

Billige Bananen dienen oft als Lockangebote für Kunden in den Supermärkten. Eine Bananenstaude muss 9 Monate wachsen, bevor sie geerntet werden kann. Die Bananen, die z.B. zu gerade sind und nicht den EU-Vorschriften entsprechen, werden in Kolumbien an Raststätten verkauft. Neben dem normalen Erlös, bekommen die Bauern für jede Fairtrade Bananenkiste 1 Dollar extra, das fließt dann alles zusammen. Die Bauern entscheiden dann gemeinsam, was sie damit finanzieren – das ist die Idee von Fairtrade.

Zur Textilproduktion:

Über 100 Arbeitsschritte sind nötig, um ein einziges T-Shirt herzustellen. Eine Frau sammelt 50 bis 60kg Baumwolle am Tag. Nach der Ernte wird die Baumwolle entkörnt, gereinigt, gesponnen, gewebt und gefärbt. Bei einem sogenannten Trainingscenter, angeboten von Fairtrade, lernen die Baumwollbäuerinnen und –bauern, auf was sie beim Bio-Anbau achten müssen und erhalten außerdem kostenlos Dünger und biologische Pflanzenschutzmittel für ihre Felder, das sorgt auch für ein höheres Einkommen.

Es hat uns sehr überrascht, dass zum Beispiel eine Bananenstaude nur eine Kiste füllen kann und die Bauern einen so extremen Preisdruck haben, wenn wir im Supermarkt günstige, oder vielleicht nicht fair gehandelte Sachen kaufen. Wir möchten daher in Zukunft darauf achten, dass wir Produkte kaufen, die fair gehandelt sind, auch wenn sie ein paar Cent mehr kosten. Und wir finden, dass es eine sehr gute Idee ist, im Supermarkt mal Mitarbeiter zu fragen, ob sie wissen, woher die Bananen oder andere Sachen kommen. Und die Fairtrade- Schokolade müssen wir unbedingt mal ausprobieren!

Ein Bericht von: Susanne von Dörnberg und Lisann Huber, unter Mitarbeit von Tim Gieschen