Chapeau, Theater-AG!

Mit ihrer Inszenierung von „Romeo und Julia“ hat die Theater-AG unter der Leitung von Yvette Gehlhar und Dirk Früchtemeyer ein weiteres Mal bewiesen, dass sie in die Fußstapfen von Klaus-Peter Großmann, der bis 2009 30 Jahre lang die Theater-AG geleitet und große Anerkennung erfahren hatte, getreten ist und keinen Vergleich scheuen muss.

Die AG hat das Stück abwechselnd in altdeutscher und moderner Sprache mit wechselnden Besetzungen gespielt. Dabei ist die Übertragung ins heutige Deutsch durch Alexandra Hoffmann genauso gelungen wie die notwendige Kürzung des Stücks, ohne dass die Handlung unverständlich geworden ist. Das Ensemble besteht durch viele Neuzugänge aus der achten Klasse momentan aus 23 Schauspielern, Tanja und Christina Kolosej für die Maske und den Sechstklässlern Jan Wagner und Julian Siebert für die Technik.

Die Kostüme und Schwertkämpfe der altdeutschen Szenen überzeugten ebenso wie das Bühnenbild, bei dem der Balkon der Julia ein erhöhter Rosenbogen war.

Die erfahrenen Schauspieler haben ihre schweren, altdeutschen Texte verständlich und fehlerfrei gesprochen und die Übergänge in die modern gesprochenen Szenen waren durch die Kleidung und die wechselnden Schauspieler eindeutig. So konnten auch die Neulinge diesen anspruchsvollen Stoff überzeugend darstellen.

Jeder brillierte in seiner Rolle! Es waren wirklich tolle schauspielerische Leistungen – auch der Nebenrollen. Besonders authentisch stellte Benedikt Hoffmann Bruder Lorenzo dar, der Romeo und Julia heimlich traut und Julia das Gift gibt, das ihren Tod für 48 Stunden vortäuscht. Noah Berkhan und Laura Deicke als tragisches Liebespaar schienen in ihrer Paraderolle zu sein.

Jeder, der trotz der Hitze den Weg in die Agora gefunden hat, hat dies in keinster Weise bereut. BRAVO alle Beteiligte!