Polen-Austausch

 

In Polen sagt man „kocham cie“

Das Brandenburger Tor, gebaut aus Jugendlichen, die Erkenntnis, dass niemand Justin Bieber mag, ein „Stalker“ vor der Sporthalle, eine Reise in den Untergrund Glogaus und shoppen in einem fast fremden Land – all das erlebten 18 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Unter den Eichen Uetze in den historischen Gemäuern Kreisaus in Polen bei der einwöchigen Deutsch-Polnischen-Jugendbegegnung.

 


Schon Tage vor der Abreise waren alle sehr gespannt, was sie wohl in Polen erwarten wird und wie sich wohl die vielen unterschiedlichen Jugendlichen miteinander verstehen würden.

 

Das erste Aufeinandertreffen der Polen und Deutschen fand in dem kleinen Reisebus statt, der die Schüler von Glogau bzw. Breslau nach Kreisau brachte. Wie erwartet gab es zu Beginn haufenweise Kommunikationsschwierigkeiten, doch die vielen Kennenlern- und Sprachspiele lockerten die ganze Atmosphäre ungemein auf und die starke Aufregung verpuffte von Stunde zu Stunde.

Man erkannte, wie viel man doch gemeinsam hat, sei es die Ablehnung von Justin Bieber und Joggen oder die Liebe zu Fanta.

 

 

Als es dann hieß „Wir treffen uns um viertel vor sechs, um zur Schule nach Glogau zu fahren“ konnten sich beide Gruppen gemeinsam darüber aufregen und bemitleiden, wie früh man doch aufstehen musste. Doch trotz der anfänglichen Lustlosigkeit entpuppte sich der Ausflug als äußerst informativ und spaßig, u.a. durch gemeinsam einstudierte Tänze. Die polnische Schule zeigte doch mehr Unterschiede als erwartet.

Selbst die Stadtführung durch Glogau, die von dem polnischen Schüler Przemek geleitet wurde, wurde sehr interessant durch die Besichtigung ehemaliger Festungsanlagen.

 

Selbst in gemischten Gruppen zu kochen war möglich, ohne die jeweilige Muttersprache des anderen zu können. So unterhielt man sich die meiste Zeit auf Englisch bzw. einem Gemisch aus Englisch, Deutsch und Polnisch und trotzdem wurden die köstlichsten Finger-Food-Spezialitäten gezaubert, die innerhalb von 15 Minuten aufgefuttert waren.

Die gemeinsame Fahrt nach Breslau zeigte einmal mehr die einzigartigen Facetten des Landes und wir sahen Polen so schön wie nie zu vor. Die Stadt der Zwerge bot vielfältige Besichtigungsmöglichkeiten, von der Markthalle bis zum prunkvollem Rathaus, sowie viele Shoppingmöglichkeiten, worauf sich vor allem die Deutschen Schüler besonders freuten.

 

Auch das geplante Kurzfilmprojekt, was Hauptinhalt der Deutsch-Polnischen-Jugendbegegnung war, zeigte sich als ein voller Erfolg. Zwar war in beinahe jedem Video „Liebe“ das Hauptthema, doch jede Gruppe brachte es auf eine vollkommen andere Art und Weise rüber. Auch das schweißte die beiden Gruppen immer weiter zusammen und man erkannte, wie viele Freundschaften bereits entstanden waren.

 

Ein besonderes Highlight war die Abschlussfeier, die am letzen Abend vor der Abreise in einem der großen Säle stattfand.  Hier war es nochmal möglich, ausgelassen mit den neuen „Bekanntschaften“ zu feiern.

 

Am Tag der Abreise fuhren alle wieder in dem kleinen Reisebus nach Breslau. Von dort aus mussten die Gruppen getrennte Wege nehmen. Der Abschied war für alle sichtlich schwer und am liebsten wäre niemand gefahren. Neue Freundschaften wurden geschlossen und das ein oder andere Fremdwort wurde gelernt. Niemand hätte gedacht, dass wir die Polen so sehr ins Herz schließen würden. Beim Abschied flossen Tränen und mit weißen Taschentüchern wurde den deutschen Schülern hinterher gewunken. Alle freuen sich schon auf den Besuch der Polen in Deutschland im Juni und auf das Wiedersehen.