Ein nachhaltiges Lehrerinnen-Leben

Am 21. Juli 2020 wurde Physik-, Mathe- und Erdkundelehrerin Brigitte Waack in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

2003 wurde sie von der Orientierungsstufe Uetze ans Gymnasium Unter den Eichen abgeordnet, wo sie seit 2004 angestellt war.

Ihr ganzes Leben dreht sich um Nachhaltigkeit. Nach ihrem Referendariat arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BUND und setzte sich für Müllvermeidung ein. Da auch ein paar Jahre später keine Aussicht darauf bestand, als Lehrerin in Bayern in den 1980er Jahren angestellt zu werden, ging sie mit ihrem Mann nach Niedersachsen. Hier arbeitete sie zunächst an der Chemieschule in Hann. Münden. Mehrmals zogen Waacks um und bekamen drei Kinder, welche alle am Gymnasium Unter den Eichen ihr Abitur ablegten. Brigitte Waack hatte sich in ihrer Elternzeit als Pfarrfrau in die Gemeinde ihres Mannes eingebracht und war vielseitig ehrenamtlich engagiert. Zu ihrem beruflichen Wiedereinstieg an einer Orientierungsstufe in Braunschweig schenkte ihr Mann ihr ein rotes Wollknäul, damit sie nie den „roten Faden“ verliert. Dieses hielt Brigitte Waack in Ehren und hatte es auch bei ihrer Verabschiedung dabei.

Als sie ans Gymnasium Unter den Eichen kam, bat Schulleiter Ulrich Germar sie, einen WPK (Wahlpflichtkurs) anzubieten. Bis zur Abschaffung der WPKs im Jahr 2011 leitete sie mit Leidenschaft den WPK „Regenerative Energien“. Fortan engagierte sie sich neben ihrem Unterricht in AGs und stundenweise als Mitarbeiterin am Schülerlabor TechLab für das Klima und für das Wecken des technisch-naturwissenschaftlichen Interesses bei Schüler*innen.

Nachhaltig war ihre Arbeit auch im Abitur, denn einerseits fühlten sich die Abiturient*innen ihres Leistungskurses stets gut auf die Prüfung vorbereitet und andererseits konnte sich die Schulleitung immer auf ihre sehr korrekte Bearbeitung verlassen. Ersteres erwähnte Gudrun Hahn vom Personalrat neben ihrer Geduld, ihrem strukturierten Unterricht und ihrer Kollegialität. Letzteres sagte Schulleiterin Andrea Wundram bei ihrer Verabschiedung. Des Weiteren lobte diese, dass Brigitte Waack die Physiksammlung auf Vordermann gebracht hatte, als sie ans Gymnasium kam. Hervorzuheben ist auch ihr Engagement im Arbeitskreis Gewaltprävention der Uetzer Schulen.

Ein Markenzeichen ihrer Arbeit waren außerdem die vielen Exkursionen, die sie mit Schüler*innen z.B. zur Ideen-Expo oder zum Erlebnispfad „Der grüne Weg“ in Eltze unternahm.

Jan Heilmann, der im Namen der Fachschaft Erdkunde Brigitte Waack verabschiedete, bezeichnete sie als junggebliebene Kollegin, weil sie immer aktiv war, Brücken zwischen den Fächern baute und vorbildlich ihre Schüler*innen online beschulte. Als Dank für die interessante Zusammenarbeit schenkte die Fachschaft ihr Eintrittskarten fürs Mathematikum in Gießen.

Für die Fachschaft Mathe bedankte sich Manuela Madeja bei Brigitte Waack u.a. für das Erteilen des Mathe-Förderunterrichts.

Linda Bleck verabschiedete sie im Namen der Fachschaft Physik nicht mit einer Rede, sondern mit einem naturwissenschaftlichen Protokoll zur Forschungsfrage: „Wie kann ein Leben als Lehrerin so gut gelingen?“ Diese Fachschaft verabschiedete sich mit einer Kletterrose und einem Gestell in der Form eines π.

Auch Verena Everding von der Fachschaft Chemie und Frauke Perl von der Fachschaft Biologie bedankten sich für den regen Austausch innerhalb der Naturwissenschaften.

Danach bedankten sich noch Meike Müller und Maike Holtmann bei Brigitte Waack dafür, dass sie immer engagiert und für das Kollegium und die Schule da war.

Schließlich zeigte sich Brigitte Waack von der Wertschätzung gerührt und sagte, dass sie sich immer am Gymnasium Unter den Eichen wohlgefühlt hat.

Sie erzählte, dass sie schon in der 8. Klasse als Schülerin Jüngeren Mathe-Förderunterricht gegeben und beschlossen hatte, Mathe- und Physiklehrerin zu werden. Das konnte ihr auch ihr Tutor in der Oberstufe nicht ausreden, welcher behauptete, dass diese Fächer nichts für Mädchen seien. Denn auch bei den Tests auf dem Arbeitsamt kam heraus, dass ihre Stärken in den Naturwissenschaften und im Umgang mit Menschen liegen.

Sie lernte bis zuletzt immer dazu, war stets gerne Lehrerin und ist trotz ihrer gebrochenen Erwerbsbiographie davon überzeugt, „dass Gott auch auf krummen Linien gerade schreibe“.

Einen würdigen Abschluss dieser Verabschiedung bereitete Volker Bracher mit lateinamerikanischen Melodien, die er auf der Geige spielte.